DAS INTERVIEW

Die Magie des TOMBECK

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Herr TOMBECK war dies Ihr erster Auftritt auf Mallorca?

Vor einigen Jahren war ich schon einmal auf der Insel. Ich habe damals für einen großen Konzern gearbeitet, der für diese Abendveranstaltung den Altbundeskanzler Helmut Schmidt mit seiner Frau Loki eingeladen hatte. Leider habe ich nur den Veranstaltungsort, das Zisterzienserkloster La Granja, kennengelernt, da ich am nächsten Morgen wieder abreisen musste. In diesem Jahr konnte ich die Engagements für Dolphin-Aid und RTL-Spendenmarathon mit einem zweiwöchigen Urlaub verbinden.

Wie überrascht man heute das Publikum?

Ich möchte die Leute wieder zum Staunen bringen! Dieses Gefühl geht im Laufe des Lebens immer mehr verloren. In der heutigen Zeit und Welt ist alles rationell und erklärbar. Wenn es mir allerdings gelingt, die Menschen wieder zum Staunen zu bringen, so ist dies für viele die eigentliche Überraschung. Hierfür nutze ich Techniken, des Zuschauers Wahrnehmung zu beeinflussen und ihre Aufmerksamkeit zu lenken. Fingerfertigkeit und ein intensives Studium der Magie sind außerdem wichtige Elemente, einen magischen Effekt zu kreieren. Oftmals ist man als Zauberer dem Zuschauer auch einen Schritt voraus, da viele Dinge einfach nicht bekannt sind:

Oder haben Sie gewusst, dass es unmöglich ist, seinen Ellbogen zu lecken?

Was ist Ihr liebstes Publikum?

Die schönsten Situationen entstehen, wenn sich die Zuschauer zurücklehnen und die Situation genießen. Den Augenblick der Faszination und die Magie wirken lassen. Wenn es mir gelingt, einzigartige Momente zu schaffen, an die sich das Publikum ein Leben lang erinnert, ist das für mich die Erfüllung. Ich mag besonders Zuschauer, die sich auf die Magie einlassen, die Realität vergessen und den magischen Moment genießen.

Ihr Lieblingszaubertrick?

Hier denke ich ganz eigennützig und zeige sehr gerne mein lukrativstes Kunststück. Ich verwandle, direkt vor des Zuschauers Augen, eine 10 Euro-Banknote in einen 100 Euro-Schein. Was will man mehr?

Sie sind Dozent an der Zauberakademie in Deutschland. Was sind die neuesten Trends?

In den 90er Jahren begeisterten die Magier Siegfried & Roy mit großen Illusionen in einer gigantischen Show. Zauberkünstler David Copperfield durchschritt die chinesische Mauer und ließ die Freiheitsstatue verschwinden. In den letzten Jahren war die Form des Gedankenlesens und der Mentalmagie populär. Dieses sind nicht die Sparten, in denen ich mich heimisch fühle. Die Magie, die ich zeige, geschieht direkt vor den Augen, teilweise sogar in den Händen der Zuschauer. Das Publikum ist also hautnah dabei und ist deswegen so fasziniert. Diese Form der Zauberkunst wird meiner Meinung nach immer im Trend liegen, weil sie nah und so verblüffend ist.

Welches Talent sollte ein hervorragender Zauberer haben?

Das Wichtigste ist Leidenschaft. Manche Kunststücke benötigen jahrelange Übung, welches viel Disziplin und Geduld erfordern. Durch tagtägliches einstudieren diverser Abläufe könnte es sonst schnell zur Belastung werden. Diese Leidenschaft für die Magie, gepaart mit einem gewissen Anspruch auf Perfektion, lassen Erfolge automatisch einkehren.

Sie haben Prominente wie Dita von Teese, Nico Rosberg und Helmut Schmidt beeindruckt. Wer beeindruckt Sie?

Als Kollege mit Sicherheit David Copperfield, weil er kreativ, vielseitig und innovativ die Zauberkunst auf eine höhere Stufe bewegt hat. Insbesondere sind es Personen, die sich selbstlos für eine gute Sache einsetzen. Ob für Menschen, die Hilfe benötigen, bedrohte Tierarten oder für die Umwelt. Dies ist in jeder Hinsicht bewundernswert und hier hoffe ich auf weitere viele kleine Wunder. Oftmals sind es Begegnungen und Berichte dieser Menschen, die eine Gänsehaut erzeugen und den Blick nach außen öffnen.

Sie leben teils in Deutschland, teils in Las Vegas. Wo liegt der Unterschied?

Zu Las Vegas habe ich eine ganz besondere Bindung. Hier startete ich meine Karriere. Außerhalb Europas, besonders in den USA, sind die Zuschauer sehr begeisterungsfähig. Sie lassen ihren Emotionen freien Lauf. In Europa und speziell in Deutschland sind die Zuschauer zurückhaltender. Hier muss man sich erst beweisen. Sind die Zuschauer allerdings erst einmal von der Magie gefangen, lassen sie einen nicht mehr los und ihre Wertschätzung für die Zauberkunst ist fantastisch.

Wo würden Sie gerne noch auftreten?

Ein Auftritt als Zauberer in einem Königshaus wäre sehr interessant. Mitglieder einer Königsfamilie sind auf Etikette bedacht und bewahren in allen Situationen Contenance. Deshalb sind Zurückhaltung und Selbstbeherrschung wichtige Grundregeln einer Monarchenfamilie. Unter diesem Aspekt wäre es reizvoll, die Königlichen hier ein wenig aus der Reserve zu locken. Und außerdem übe ich mit den Königen meines Kartenspiels schließlich schon seit einigen Jahren.

Herr TOMBECK, vielen Dank für das Gespräch.

Es hat mich sehr gefreut.

Apropos…haben Sie gewusst, dass 75% aller Personen, die diesen Artikel gelesen haben, versuchen werden, Ihren Ellbogen zu lecken?